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Roche in Deutschland - Das Magazin / Nr 1 // März 2020

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08 Das

08 Das Magazin // Neu denken! Der Innovation auf der Spur Steigender Wettbewerbsdruck fordert neue Innovationsmodelle. Eine mögliche Antwort: Open Innovation. Mit lustigen Sprüchen und Bildern bedruckte Kartoffelchips, ein Deo, das keine Flecken auf der Kleidung hinterlässt oder die LEGO Mindstorms Serie – was haben diese drei total unterschiedlichen Produkte gemeinsam? Sie alle sind dank Open Innovation entstanden. Eine Art der Zusammenarbeit, die immer mehr Unternehmen branchenübergreifend nutzen. Foto: Roche

Neu denken! // Das Magazin 09 Die Kundenbrille aufsetzen In Zeiten von steigendem Wettbewerbs- und Innovationsdruck ist Open Innovation (siehe Infokasten), das perfekte Mittel, das eigene Innovations management nach außen zu öffnen. Das macht das Unternehmen innovativer und verkürzt Entwicklungszyklen von Produkten. Noch wichtiger ist aber der Perspektivenwechsel, der mit Open Innovation einhergeht. Das Unternehmen bindet seine Kunden frühzeitig in die Entwicklung ein und kann optimal auf deren Bedürfnisse eingehen. Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser Kosten für Forschung und Entwicklung senken oder die interne Forschungsabteilung abschaffen – dies sind zwei von vielen Vorurteilen, denen Open Innovation oft begegnet. Vor allem in der Pharmaindustrie ist der Punkt Vertraulichkeit ein kritisches Thema. Sich und seine Ideen nach außen zu öffnen, fällt vielen Unternehmen der Branche oft noch schwer. „Es ist eine große Herausforderung für uns als erfolgreichen Player mit Geschäftsmodellen, die sich über 30 Jahre etabliert haben, die Kontrolle komplett in Innovations-Netzwerke mit externen Partnern abzugeben“, so Matthias Essenpreis, Chief Technology Officer der Diagnostics-Division bei Roche. Ohne Vertrauen in die Qualität und Lösungen eines möglichst diversen externen Netzwerks ist Open Innovation zum Scheitern verurteilt. Erfolg auf ganzer Linie Ein gelungenes Beispiel für Open Innovation bei Roche ist die Zusammenarbeit mit BioMed X, einem Labor aus Heidelberg, bei einem Technologie-Entwicklungsprojekt von 2015 bis 2019. Dessen Ziel bestand darin, bestimmte komplexe Sensoren in der Point-of-Care-Diagnostik für unterschiedliche Plattformen zu vereinheitlichen und damit Kosten zu sparen. Die Herausforderung: die Suche nach einem kompetenten Team. Durch eine weltweite Ausschreibung an Universitäten und Forschungseinrichtungen sind 600 Bewerbungen eingegangen, aus denen ein fünfköpfiges Projektteam entstand, das eine Lösung fand. Divisionsübergreifender Nutzen Der Accelerator „Startup Creasphere“, bei dem Roche in einer Art Förderprogramm zusammen mit internationalen Digital Health Start-up in dreimonatigen Zyklen an gemeinsamen Lösungen arbeitet. Das Wissenschaftssymposium „Future X Healthcare“, das alle zwei Jahre über 300 Innovationstreiber des Gesundheitswesens in München zusammenbringt. Dies sind erfolgreiche Beispiele für Open Innovation, die mittler weile divisionsübergreifend Erfolge feiern. „Auch Roche pRED hat im Laufe der Jahre enorm von dieser Form der Zusammenarbeit profitiert. Sie beruht auf der Denkweise, dass jeder Teilnehmer mehr gewinnt als er investiert“, sagt Bryn Roberts, Global Head of Operations bei Roche Pharma Research & Early Development (pRED). Das eigene Innovationsmanagement öffnen Dafür steht der Begriff „Open Innovation“. Ziel ist es, Innovation zielgerichtet durch die Kombination interner und externer Kompetenzen zu erreichen und damit die Innovationsfähigkeit zu steigern. Man unterscheidet zwischen zwei Formen, die oft kombiniert werden: 1. Outside-in: Integration externen Wissens, z. B. Zusammenarbeit mit Wissenschaftseinrichtungen 2. Inside-out: Externalisierung von internem Wissen, z. B. Vertrieb von Patenten Co-Creation: gemeinsam die Zukunft gestalten Eine Form von Open Innovation ist auch Co-Creation, bei dem Kunden eng in die Entwicklung neuer Lösungen einbezogen werden. Alexandra Farfsing, Strategische Geschäftsentwicklung Roche Molecular Solutions im deutschen Diagnostik-Vertrieb, treibt dieses Thema voran: Zwei Mal pro Jahr organisiert sie Co-Creation Workshops mit Experten rund um Pathologie und die Transformation im Gesundheitssektor. Hier wird gemeinsam an neuen digitalen Lösungen gearbeitet. „Dadurch ergeben sich völlig neue Perspektiven mit starkem Kunden- und Patienten fokus“, so Farfsing (mehr dazu auf S. 07). Luft nach oben Der Innovationsdruck wird die kommenden Jahre weiter steigen und so wird sich auch die Wirkstoffforschung ändern – weg von Isolation hin zur Kooperation. „Ich sehe nicht, dass die Denke bei uns schon fest etabliert ist. Wir müssen unsere Innovationsmodelle weiter überdenken und uns den Herausforderungen stellen, die vor allem auch mit der Digitalwelt einhergehen“, sagt Essenpreis. Am Ende profitieren alle davon, vor allem die Patienten. // Autorin: Simone Hausladen Weitere Informationen zu den Open Innovation Projekten „Future X Healthcare“ und „Startup Creasphere“ finden Sie unter www.roche.de/about/fxh2019/index.html oder www.startupcreasphere.com