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Roche in Deutschland - Das Magazin / Nr 1 // März 2020

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16 Das Magazin // Business Raus aus alten Mustern Wie agiles Arbeiten die Quality-Teams verändert hat Foto: Welti

Business // Das Magazin 17 20. Januar 2020, 14:52 Uhr: Die Meldung über die erteilte Zulassung von Polivy 140 mg durch die Europäische Arzneimittel- Agentur (EMA) trifft bei Roche ein. Noch am selben Tag reicht die Qualitätsabteilung Roche Grenzach (PTQG) den Antrag für die Freistellung von der Chargenprüfung beim Paul-Ehrlich- Institut ein. Alle anderen erforderlichen Dokumente liegen den Entscheidern bereits vor. 20. Januar 2020, 15:02 Uhr: Die erste Charge ist bereits verpackt. Der Standort Mannheim wartet nur noch auf die Rückmeldung der Behörden. „Zulassung erteilt“, melden die deutschen Kollegen, woraufhin die Ware bereits um 16:06 Uhr freigegeben und die Lieferung Richtung Grenzach im Eil ver fahren beauftragt wird. 21. Januar 2020, 10:27 Uhr: Die erste Charge Polivy 140 mg trifft im Lager von Roche Grenzach ein. Sie wird eingebucht und durchläuft diverse Kontrollen. Um 11:14 Uhr kann Quality Operations Marketed Products die Freigabeaktivitäten starten. Die Zielvorgabe für den folgenden Prozess liegt bei einem Kalendertag. Das Team schafft es in weniger als einer halben Stunde. Um 11:40 Uhr wird die Charge zertifiziert. Am Nachmittag um 16:30 Uhr, nur gute 24 Stunden nach Zugang der Zulassung, trifft die erste Bestellung durch eine Apotheke ein, die bereits am nächsten Tag ausgeliefert wird – eine schier unfassbare Leistung, die vor allem auf „New Ways of Working“ zurückzuführen ist. Transparenz ist der Schlüssel zum Erfolg Bereits im Jahr 2017 haben die neuen Arbeitsformen Eingang in den Alltag der deutschen Quality-Abteilungen gefunden. „Polivy 140 mg ist ein hervorragendes Beispiel für das Mindset, das seither bei uns Einzug gehalten hat“, findet Frank Seibel, der die Mannheimer Qualitätsabteilung leitet. „Wir arbeiten standortübergreifend und bereiten alles vor, damit Grenzach schnell sein kann und das Produkt so früh wie möglich beim Kunden ankommt.“ Britta Schumacher, Leiterin EU Release, ergänzt: „Gerade bei neu eingeführten Produkten verschafft uns das einen immensen zeitlichen Vorteil – unsere Patienten warten.“ Polivy: Hoffnung für Blutkrebspatienten Polivy (Polatuzumab Vedotin) ist ein First-in-Class Antikörper-Wirkstoff-Konjugat: Der Antikörper bindet zielgenau an eine Oberflächenstruktur der Zellen bei schnell fortschreitendem Lymphdrüsenkrebs. Zusätzlich ist der Antikörper mit einer extrem starken Chemotherapie verbunden. Diese wirkt erst innerhalb der Zelle und zerstört sie. Patienten leben dank dieser innovativen Therapie länger. Polivy wird in Mannheim verpackt. Doch was bedeutet das für den Alltag der Mitarbeitenden? „Für uns hieß es raus aus dem reaktiven Muster und den Silos! Der Schlüssel zum Erfolg heißt Transparenz“, erklärt Schumacher. Tägliche Kurzbesprechungen im Team und mit dem kommerziellen Launch-Team schaffen einen Überblick über Aufgaben, Probleme und Herausforderungen. „Konkret heißt das: Wer arbeitet woran und bis wann?“ Auch in Mannheim finden die sogenannten Daily Huddles statt. „Früher haben wir relativ spät von Problemen anderer Teams und Abteilungen erfahren, was häufig zu Verzögerungen geführt hat. Heute gehen wir proaktiv aufeinander zu und unterstützen uns gegenseitig“, freut sich Seibel. Selbstorganisation und Verantwortung für mehr Spaß Feste Teams gehören der Vergangenheit an. „Arbeitsgruppen werden individuell nach Bedarf zusammengestellt“, erzählt Schumacher. „Das kommt nicht nur der jeweiligen Aufgabe – und damit auch immer dem Kunden – zugute, sondern auch den Mitarbeitenden. Sie können sich und ihre Stärken aktiv einbringen. Diversität ist hier eine treibende Kraft.“ Gleichzeitig verlangt diese Arbeitsweise ein hohes Maß an Selbstorganisation und Verantwortung der Mitarbeitenden. „Unser Verständnis an Führung ändert sich weg von Entscheidungen vorgeben, hin zu einer Rolle als Coach und Enabler“, betont Schumacher. „Man muss einen Rahmen schaffen, in dem Kolleginnen und Kollegen ihre Qualifikationen leben können, ohne Angst vor Fehlern zu haben. Nur gemeinsam können wir wirklich anpacken und einen Unterschied machen!“ Eine neue Arbeitsweise, die ankommt: „Ich persönlich arbeite viel lieber so“, sagt Bärbel Feldmeyer, Qualified Person in ihrem Team. „Änderungen werden viel schneller und effizienter umgesetzt.“ Den Patienten im Blick „Alles, was wir tun, ist nicht zum Selbstzweck“, erinnert Seibel, „sondern zum Wohl des Patienten. Diese Erkenntnis scheint immer mehr im Bewusstsein der Mitarbeitenden verankert – und deshalb werden wir immer besser. Trotzdem muss sich die Organisation permanent hinterfragen. Wir müssen die Möglichkeiten und Werkzeuge, die agiles Arbeiten bietet, strukturiert betrachten und einsetzen, um unsere Prozesse kontinuierlich zu verbessern.“ In den Quality-Teams betrifft das sogar die Talent-Akquise. In einem gemeinsamen Trainee-Programm werden zukünftig Stationen am Mannheimer und Grenzacher Standort durchlaufen. Das schafft Brücken, knüpft Kontakte und sorgt für Verständnis für die alltäglichen Herausforderungen der Kolleginnen und Kollegen. // Autorin: Sara Berg